Am 6. März 2025 traf sich die Hauptkommission Fernwärme/Fernkälte (FW-HK) des SVGW in Chur. Gastgeber war die IBC Energie Wasser Chur, die nicht nur für eine angenehme Atmosphäre sorgte, sondern den Teilnehmern auch eine exklusive Besichtigung der lokalen Anlagen ermöglichte. Die Sitzung stand ganz im Zeichen wichtiger Personalentscheidungen, strategischer Weichenstellungen und aktueller Projekte im Bereich Fernwärme. Bei den Besichtigungen der Anergiezentrale Kino West und der Energiezentrale ARA der IBC Chur wurden den Teilnehmenden spannende Einblicke in zwei Meilensteine in der Wärmeversorgung in Chur und Umgebung geboten. Der Blick hinter die Kulissen und der Austausch mit Fachpersonen aus der Projektierung und dem Betrieb der Anlagen rundeten den interessanten Besuch ab.
Die Kommission begrüsste Michael Meier als neuen Direktor des SVGW. In einer kurzen Vorstellungsrunde schilderte Meier seine Visionen für die Weiterentwicklung der Branche. Gleichzeitig stand die bevorstehende Pensionierung von Michael Sarbach im Mittelpunkt. Sarbach, langjähriger Vorsitzender der FW-HK, wird bei der kommenden Sitzung im Juni offiziell verabschiedet. Auch auf Unterkommissionsebene gab es personelle Wechsel: Steffen Stoll (IWB Basel) sowie Lukas Künzi und Daniel Jarrett (EWB Bern) wurden als neue Mitglieder in der FW-UK2 begrüsst.
Ein zentrales Thema war die neue Strategie des SVGW für die Jahre 2025-2028. Diese sieht einen starken Ausbau des Portfolios Wärme mit Fokus auf Regelwerk, Bildung und Wissensaustausch vor. Als neues Projekt wurde die Definition von Mindestabständen zwischen Fernwärme- und Trinkwasserleitungen intensiv diskutiert. Die Initiative von Groupe E fand breite Zustimmung und eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von IWB, EWB und weiteren Versorgern wurde gegründet.
Ein Schwerpunktthema war die Ausbildung im Bereich Fernwärme. Die Kommission berichtete über die erfolgreiche erste Durchführung des Grundmoduls «Fachspezialist Thermische Netze». In den kommenden Jahren werden weitere Vertiefungsmodule, etwa zur Projektierung und zum Betrieb von Netzen, entwickelt. Insbesondere soll die Zusammenarbeit mit Bildungsinstituten und Fachverbänden intensiviert werden. Zusätzlich wurde der Vorschlag einer neuen Schulung für Rohrverleger und Projektleiter im Fernwärmeleitungsbau vorgestellt.
Erstmals wird 2025 in der Westschweiz ein Richtlinienkurs für Fernwärme angeboten, um die Fachkompetenz weiter zu stärken. Parallel dazu steht die Gründung der «Groupe Echange sur les Réseaux Thermiques» (GERT) in Lausanne bevor, die den Erfahrungsaustausch unter Experten intensivieren soll. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres wird die Fachtagung im August in Biel sein, die sich mit Leitungsverläufen und Mindestabständen im Erdreich befasst. Zudem brachte Martin Liechti, als Vertreter des TNS, Einblicke in die aktuellen und zukünftigen Projekte des Verbands Thermische Netze Schweiz ein.
Die Sitzung in Chur hat gezeigt, dass die FW-HK entschlossen ist, die Fernwärme als Bereich des SVGW zukunftsfähig aufzustellen. Wichtige Personalentscheidungen, strategische Projekte und eine verstärkte Bildungsinitiative sind die nächsten Schritte auf diesem Weg. Die kommenden Sitzungen werden zeigen, wie sich die neuen Ansätze in der Praxis bewähren.
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