Die Dichtheits- und Festigkeitsprüfungen in Versorgungsnetzen werden in der Praxis häufig noch stiefmütterlich behandelt. Eine Ad-hoc-Umfrage bei den Teilnehmenden der Kurse zeigte, dass eine Mehrheit vor der Inbetriebnahme keine systematische Prüfung der gebauten Leitungen durchführt. Der kurzfristige Wunsch nach einem raschen Projektabschluss ist häufig grösser als die Qualitätssicherung und die langfristige Sicherheit über ein verlustfreies Netz zu verfügen. Das Wehklagen beginnt häufig dann, wenn (vermeidbare) Leckagen Betriebsausfälle und hohe Kosten nach sich ziehen.
In verschiedenen Richtlinien hat die Branche unter der Ägide des SVGW Anforderungen an Druck- und Festigkeitsprüfungen für Wasser, Gas und Wärme definiert. In der Wärme ist dies die Richtlinie F5, die seit 2022 in Kraft ist. Damit deren Inhalte sich bei den Netzbetreibern und -bauern sowie den entsprechenden Dienstleistern verbreiten, hat der SVGW einen entsprechenden Richtlinienkurs organisiert, der nun im Rahmen des Grundmoduls des Lehrgangs «Fachspezialist/in Thermische Netze (FTN)» zum ersten Mal durchgeführt wurde.
Im 2-tägigen Kurs lernen die Teilnehmenden zuerst die theoretischen Grundlagen von Dichtheits- und Festigkeitsprüfungen kennen, die sie im anschliessenden Praxisteil auch einmal selbst anwenden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Kurses ist die Interpretation von Messdaten. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass solche Messungen häufig von spezialisierten Unternehmen durchgeführt werden. Jedoch ist es die Aufgabe von Auftraggebern, die durch Dritte gelieferten Resultate der Messungen interpretieren zu können und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Die nächste Durchführung des F5-Kurses findet am 25. und 26. November 2025 statt. Dieser kann auch unabhängig vom FTN-Lehrgang besucht werden. Dies ist eine weitere Möglichkeit, sich mit der Prävention von drohenden Folgekosten im Netzbau vertraut zu machen. Oder wie es Fabio Schild, der Dozent des F5-Kurses ausdrückt: «Eine Druckprüfung braucht Zeit. Eine nicht erfolgreiche Druckprüfung braucht noch mehr Zeit!».
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