Im Wasser lebende Organismen atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Diese Gase müssen daher laufend zwischen Gewässern und der Atmosphäre ausgetauscht werden, wie die EPFL mitteilte. Bisher wurde der Gasaustausch von Gebirgsbächen mithilfe von Gleichungen abgeschätzt, die auf Messungen von Fliessgewässern im Tiefland beruhen.
Im Gebirge bahnen sich Bäche und Flüsse aber oft ihren Weg durch steinige Rinnen und vielerorts gibt es kleinere oder grössere Wasserfälle. Dabei entstehen Bläschen, die das Wasser mitunter
weiss färben, weshalb man auch von "White Water" spricht. Diese Bläschen beschleunigen den Gasaustausch drastisch. Bisher sei dies jedoch zu wenig berücksichtigt worden, schrieb die EPFL.
Amber Ulseth und ihre Kollegen installierten daher 130 Sensoren entlang von Gebirgsströmen in den Kantonen Waadt und Wallis. Um den Gasaustausch möglichst exakt messen zu können, brachten sie kleine Mengen des Edelgases Argon als sogenanntes "Tracergas" in die Gewässer ein. Den Wasserorganismen schadet Argon nicht. So konnten die Wissenschaftler den Verlust an Argon entlang der Gebirgsströme messen und die Geschwindigkeit des Gasaustauschs modellieren.
Die Ergebnisse hätten weitreichende Bedeutung, liess sich Tom Battin in der Mitteilung zitieren. Die Effekte von kleinen, aber sehr zahlreichen Fliessgewässern im Gebirge sei in biogeochemischen
Modellen bisher unterschätzt worden. Nun will er mit seinem Team die neuen Erkenntnisse nutzen, um neue Modelle zu entwickeln. Beispielsweise um den Kohlendioxid-Ausstoss aus Gebirgsbächen weltweit zu berechnen.
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